Gebärdensprache

Bis in die sechziger Jahre waren die Hörenden der Ansicht die Gebärdensprache sei nur eine willkürliche Ansammlung von Gesten und Bewegungen, erst bei der konsequenten Erforschung der Amerikanischen Gebärdensprache (American Sign Language „ASL“) gewann man Einsicht darüber, dass die Gebärdensprache sehr viel vielfältiger und komplexer ist als bis dahin angenommen.

In der deutschsprachigen Schweiz wird die Deutschschweizerische Gebärdensprache (DSGS) verwendet, welche in fünf Dialekte unterteilt ist (Zürcher, Basler, Berner, Luzerner und St. Galler Dialekt), und sich je nach Region und Gehörlosenschule unterscheidet. In der Schweiz gibt es verschiedene verwendete Gebärdenspachen. In der Romandie einerseits die LSF; Langue des signes française, andererseits die LSSR; Langue des signes de la Suisse Romande,  und in der italienisch-sprachigen Schweiz die italienische Gebärdensprache.
Die Gebärdensprache beschränkt sich nicht, wie von vielen angenommen, auf die Hände. Die Gebärdensprache verwendet manuelle und nichtmanuelle Ausdrucksmittel. Zu den manuellen zählt man Hände und Arme, unter nichtmanuellen versteht man Kopf, Oberkörper, Mundbild, Gesichtsausdruck und Blick. Diese nichtmanuellen Kommunikationskanäle dienen nicht nur dem Gefühlsausdruck der kommunizierenden Person, sondern enthalten auch wichtige grammatikalische Informationen.
Die Gebärdensprache ist keine universelle Sprache. Jedes Land, manchmal sogar jede Region, hat ihre eigene selbstständige Form
der Gebärdensprache, die von besonderen gesellschaftlichen, kulturellen und historischen Gegebenheiten geprägt ist.
Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Gebärdensprachen sind jedoch meistens nicht sehr gross, sodass sich Gehörlose ohne grosse Probleme über Sprachgrenzen hinweg verständigen können.